Donnerstag, 2. August 2007

Was du gibst kommt auf dich zurück

Eine Lehrerin einer amerikanischen Grund-schule bat einmal ihre Schüler, die Namen aller Klassenkameraden aufzuschreiben und jeweils zwischen den Namen etwas Platz zu lassen. Anschließend bat sie die Klasse darum, zu jedem Namen die besten Eigenschaften aufzuschreiben, die einem einfielen. Es dauerte die ganze Stunde, bis die Klasse damit fertig war und als die Schüler gingen, gaben sie Ihre Arbeiten ab.
Am darauffolgenden Samstag erstellte die Lehrerin aus den Arbeiten der Schüler jeweils ein Blatt für jeden und sammelte darauf, was die anderen über ihn oder sie geschrieben hatten. Montags gab sie jedem seine bzw. ihre Liste. Bald lächelte die ganze Klasse.
„Ehrlich?”, hörte sie Geflüster. „Ich hätte nie gedacht, dass ich den anderen etwas bedeute!” und „Ich wußte nicht, dass die anderen mich so mögen”, waren einige der Kommentare.
In der Folgezeit erwähnte die Listen keiner mehr. Sie wußte nie, ob die Schüler nach dem Unterricht unter sich oder mit den Eltern noch einmal darüber sprachen. Aber das war auch nicht wichtig. Die Übung hatte ihr Ziel erreicht. Die Schüler freuten sich.
Viele Jahre später kam einer der Schüler in Vietnam ums Leben und als die Lehrerin davon erfuhr, entschloss sie sich, zur Beerdigung zu gehen. Sie hatte noch nie einen Soldaten in einem Militärsarg gesehen. Er sah so elegant und erwachsen aus. Die Lehrerin war die letzte, die am Grab ihr Beileid bezeugte.
Als sie davor stand, kam einer der Soldaten, der Sargträger war, zu ihr heran.
„Waren Sie Mark's Lehrerin?”, fragte er. Sie nickte: „Ja.” „Mark sprach viel von ihnen”, erwiderte der Soldat.
Beim anschließenden Leichenschmaus waren die meisten von Mark's ehemaligen Klassenkameraden dabei. Ganz offensichtlich warteten Mark's Eltern auf die Lehrerin. „Wir möchten Ihnen etwas zeigen”, sagte Mark's Vater und nahm einen Geldbeutel aus seiner Tasche.
„Sie fanden dies bei Mark, als er starb. Wir dachten, Sie würden es sicher wieder erkennen.”
Er öffnete den Geldbeutel und entnahm sorgfältig zwei zerknitterte Papierstücke, die schon einmal mit Klebestreifen zusammen geklebt wurden und faltete sie auf. Die Lehrerin wußte, ohne die Zettel anzusehen, dass es das Blatt war, auf das sie all' die guten Eigenschaften geschrieben hatte, die Mark's Klassenkameraden damals über ihn geschrieben hatten.
„Vielen, vielen Dank, dass sie das getan haben”, sagte Mark's Mutter. „Wie sie sehen können, bedeutete es Mark sehr viel.”
Die anderen Klassenkameraden versammelten sich um die Lehrerin und die Eltern. Charlie lächelte verlegen und sagte: „Ich habe meine Liste immer noch. Sie ist in der obersten Schublade meines Schreibtisches zu Hause.”
Chuck's Frau sagte: „Chuck bat mich, seine in unser Hochzeitsalbum zu kleben.” „Ich habe meine auch!”, sagte Marylin. „Sie ist in meinem Tagebuch.”
Vickie, eine der ehemaligen Schülerinnen, griff in ihre Tasche, holte ihre Geldbörse heraus und zeigte allen ihre ausgemergelte und verfranzte Liste. „Ich habe das immer bei mir”, sagte Vickie und fuhr fort: „Ich glaube wir haben unsere Listen alle aufgehoben.”
Dies ergriff die Lehrerin so sehr, dass sie sich setzte und zu weinen begann. Wir haben oft so viel Stress, dass wir gar nicht daran denken, das Leben könnte eines Tages aufhören. Und wir wissen nicht, wann dies sein wird. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, den Menschen, die Sie lieben und die Ihnen etwas bedeuten, zu sagen, dass sie etwas Besonderes für Sie sind.
Was Sie geben, kommt zurück.

Keine Kommentare: